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Die Empowerment-Forschungsgruppen sind das Herzstück von PowerMii. Sie werden als Unterrichtsreihen an beruflichen Schulen im ländlichen Raum umgesetzt. Sie richten sich an Mädchen mit Migrationshintergrund in Berufsvorbereitungsklassen.

In den Empowerment-Forschungsgruppen erwerben die Schülerinnen eine reflexive und forschende Haltung gegenüber ihrer eigenen Bildungsbiografie. Sie identifizieren Barrieren und Ressourcen, formulieren Perspektiven auf Bildung und Teilhabe und entwickeln Selbstvertrauen in ihre Gestaltungskraft.

Langfristig sollen die dabei entwickelten Materialien und Erkenntnisse in ein Arbeitsbuch für Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter*innen einfließen, um Empowermentarbeit bundesweit zu stärken.

Empowerment-Forschungsgruppe: „Wir sind schon stark!“

Seit Beginn diesen Schuljahres arbeiten wir im Projekt PowerMii mit einer Empowerment-Forschungsgruppe, bestehend aus sechs Mädchen einer Berufvorbereitungsklasse mit dem Schwerpunkt Deutscherwerb. Die jungen Frauen leben erst seit wenigen Jahren in Deutschland und bringen unterschiedliche Herkunftsgeschichten und Erfahrungen mit.

In den ersten gemeinsame Treffen stand das Kennenlernen im Mittelpunkt – untereinander und mit uns. Außerdem beschäftigen wir uns mit der Vorbereitung des Schulpraktikums und mit dem Einstieg in den gemeinsamen Forschungsprozess. Gemeinsam erkundeten wir, was die Mädchen aktuell beschäftigt: Was läuft gut? Wo erleben sie Herausforderungen? Was gibt ihnen Kraft?

Im Laufe der Gespräche machten die Mädchen immer wieder deutlich: „Wir sind schon stark!“ Diese klare Botschaft nahmen wir zum Ausgangspunkt für unser gemeinsames Forschen. In einem nächsten Schritt begannen wir, dieses große Thema gemeinsam einzugrenzen und mit konkreten Erfahrungen zu füllen.

Ein erster inhaltlicher Einstieg war eine Fotoaufgabe: Als Hausaufgabe sollten die Mädchen jeweils drei Fotos von Situationen machen, in denen sie sich stark fühlen. In der darauffolgenden Sitzung betrachteten wir sie Bilder gemeinsam. Jedes Mädchen erzählte, warum sie sich in genau diesen Momenten stark erlebt. Die Gespräche machten sichtbar, wie vielfältig die Erfahrungen von Stärke in der Gruppe sind.

Gemeinsam auf der PowerMii-Kick-Off-Tagung in Potsdam

Die Teilnahme an der PowerMii-Kick-Off-Tagung war ein besonderes Highlight für unsere Empowerment-Forschungsgruppe. Im Vorfeld galt es, organisatorische Fragen mit der Schule zu klären, Formalitäten zu regeln und gemeinsam mit den Mädchen Termine zu verschieben. Umso schöner war es, dass wir diesen Tag schließlich gemeinsam erleben konnten.

Am 20.11.25 trafen wir uns morgens in der Schule. Doch statt in den Unterricht zu gehen, stiegen wir ins Auto und machten uns auf den Weg zur Fachhochschule Potsdam. Dort angekommen, ging es direkt los mit dem Programm der Tagung.

Im Rahmen der Begrüßung stellten sich die Mädchen den Teilnehmenden der Tagung kurz vor. Zudem waren ihre Fotos von Situationen, in denen sie sich stark fühlen, im Tagungsraum ausgestellt.

Die Tagungsteilnehmer*innen konnten die Bilder anschauen und mit den Mädchen darüber ins Gespräch kommen.

Während der Tagung hörten die Mädchen aufmerksam zu und nutzten Übersetzungs-Apps, um die Inhalte besser zu verstehen. Sie bemühten sich sehr, den Beiträgen zu folgen und brachten sich trotz der sprachlichen Herausforderungen engagiert ein. Im Laufe des Tages wirkten sie zunehmend sicherer und entspannter, einige blühten sichtbar auf. Es war spürbar, dass sie es genossen, Teil der Tagung zu sein und diesen besonderen Rahmen für sich zu nutzen.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen machten sich die Mädchen – angefüllt mit neuen Eindrücken – selbstständig mit Bus und Bahn auf den Rückweg nach Hause.

In der gemeinsamen Reflexionsrunde nach der Tagung blickten die Mädchen sehr positiv auf den Tag zurück. Sie berichteten, dass sie die Inhalte spannend fanden und die Atmosphäre als angenehm, offen und wertschätzend erlebt haben. Besonders deutlich wurde, wie wichtig es für sie war, Teil der Tagung zu sein und mit ihren eigenen Themen sichtbar zu werden.