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Konferenz

ISTP-Jahrestagung 2026
8.–12. Juni 2026 · Pratt Institute, Brooklyn, New York
Leitthema: „Theorizing in Dark Times – Art, Narrative, Politics“

Das PowerMii-Projekt war auf der Jahrestagung der International Society for Theoretical Psychology (ISTP) am Pratt Institute in Brooklyn, New York, vertreten. Die Konferenz, die vom 8. bis 12. Juni 2026 unter dem Leitthema „Theorizing in Dark Times – Art, Narrative, Politics“ stattfand, fragte nach der Rolle von Theorie in Zeiten überlappender globaler Krisen – und danach, wie Theoriebildung selbst zu einer Form politischen Engagements wird.

Das Symposium

Der Beitrag von PowerMii war eingebettet in ein Symposium zur partizipativen Aktionsforschung, das von Nora Ruck (Sigmund Freud Privatuniversität Wien), Sara Paloni und Anoel Alshuth (beide ebenfalls Sigmund Freud Privatuniversität Wien) geleitet wurde: „Theorizing from and within critical participatory action research (CPAR)“. Das Symposium versammelte drei Forschungsprojekte, die aus unterschiedlichen empirischen Kontexten heraus der Frage nachgingen, wie partizipative Forschung gerade in „dunklen Zeiten“ nicht nur Erkenntnisse hervorbringt, sondern selbst zu einer Praxis der Theoriebildung wird – politisch, epistemisch und kollektiv. Die Diskussion der drei Beiträge übernahm Sara Paloni.

Der Beitrag von PowerMii

In diesem Rahmen präsentierten Prof. Dr. Stefan Thomas, Dr. Lena Ludwig und Linda Zirkler Ergebnisse aus dem Projekt PowerMii unter dem Titel „Empowerment Beyond Individual Strength: Reflexivity, Politics and Narrativity in Participatory Action Research“.

Titelfolie des Vortrags „Empowerment Beyond Individual Strength“ mit einem Goldfisch in einem Glas und den Begriffen agency, disposal und public voice.
Titelfolie des Vortrags beim CPAR-Symposium, Pratt Institute, 8. Juni 2026.

Der Beitrag zeigt, dass Empowerment in partizipativen Forschungsprozessen nicht allein eine individuelle Praxis ist, sondern eine zutiefst politische, epistemische und relationale. Ausgehend von den Empowerment-Forschungsgruppen mit Mädchen mit Migrations- und Fluchterfahrung in der Berufsvorbereitung (PowerMii) wird gezeigt, dass Empowermentgruppen nur gelingen können, wenn Forschende selbst ihre eigene Handlungsfähigkeit reflektieren – im Sinne von Klaus Holzkamps Unterscheidung zwischen restriktiver und verallgemeinerter Verfügung über die eigenen Lebensbedingungen. Der Beitrag identifiziert dabei drei Fallstricke, die sich als aufsteigende Linie verstehen lassen.

Drei Fallstricke – eine aufsteigende Linie

01 — Der reflexive Fallstrick
Das eigene Bedürfnis der Forschenden nach meta-subjektivem Empowerment

02 — Der institutionelle Fallstrick
Empowerment lässt sich nicht an Einzelne delegieren, solange schulische Strukturen unverändert bleiben

03 — Der narrative Fallstrick
Empowerment braucht Erzählbarkeit struktureller Erfahrung

Empowerment „in dunklen Zeiten“ lässt sich nur als dialogische Praxis verstehen, in der Forschende und junge Menschen gemeinsam politisch-narrative Räume schaffen, die über individualisierte Empowerment-Vorstellungen hinausweisen.

Im Dialog mit zwei Projekten

Die Einbettung in das Symposium ermöglichte den Dialog mit zwei komplementären Projekten:

Dark Listening
Johanna Motzkau, The Open University, UK

Eine partizipative Methode, die die anhaltende Krise des Zuhörens im britischen Kinderschutz hörbar macht.

The Triple Shift
Nora Ruck und Kolleg*innen, Sigmund Freud Privatuniversität Wien/Berlin, Universität Mozarteum Salzburg, Universität Wien

Die Verschränkung von Erwerbsarbeit, Sorgearbeit und administrativer Last bei intersektional marginalisierten Migrantinnen.

Gemeinsam eröffneten die drei Beiträge einen Raum, in dem sich unterschiedliche empirische Zugänge zu einer geteilten theoretischen Frage verdichteten: welches Verständnis von Empowerment, Transformation und Handlungsfähigkeit partizipative Forschung heute tragen kann – und welche Fallstricke sie dabei zu bedenken hat.